Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Belgien
Eine plötzliche Kündigung, Mobbing am Arbeitsplatz, unbezahlte Überstunden, eine missbräuchliche Wettbewerbsklausel: Die Arbeitswelt bringt ihre Konflikte mit sich. Das belgische Arbeitsrecht, Frucht eines Jahrhunderts sozialer Errungenschaften und Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern, bietet einen Schutzrahmen für Arbeitnehmer.
Mis à jour en février 2026
Eine plötzliche Kündigung, Mobbing am Arbeitsplatz, unbezahlte Überstunden, eine missbräuchliche Wettbewerbsklausel: Die Arbeitswelt bringt ihre Konflikte mit sich. Das belgische Arbeitsrecht, Frucht eines Jahrhunderts sozialer Errungenschaften und Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern, bietet einen Schutzrahmen für Arbeitnehmer. Aber man muss seine Rechte kennen, um sie geltend zu machen. Das Gesetz vom 3. Juli 1978 über Arbeitsverträge, die sektoralen Tarifverträge, die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte: Diese komplexe Materie entwickelt sich ständig weiter. Gegenüber einem Arbeitgeber, der in der Regel über erfahrene Rechtsberater verfügt, startet der isolierte Arbeitnehmer mit einem Handicap. Ein auf Sozialrecht spezialisierter Anwalt stellt das Gleichgewicht wieder her und verteidigt Ihre Interessen, ob Sie Arbeitnehmer oder Arbeitgeber sind.
Die Expertise eines Arbeitsrechtsanwalts: ein entscheidender Vorteil
Das belgische Arbeitsrecht ist ein juristischer Flickenteppich. Das Gesetz von 1978 über Arbeitsverträge bildet die Grundlage, wird aber durch Dutzende sektoraler oder betrieblicher Tarifverträge, Königliche Erlasse und europäische Verordnungen ergänzt. Jeder Sektor – Bau, Hotel- und Gaststättengewerbe, Banken, Handel – hat seine eigenen Regeln.
Der spezialisierte Anwalt navigiert mit Leichtigkeit durch diese Komplexität. Er weiß, dass die Kündigungsfrist eines Angestellten in der Chemieindustrie nicht wie die eines Bauarbeiters berechnet wird. Er kennt die Feinheiten des Kündigungsschutzes für Betriebsratsmitglieder, Gewerkschaftsdelegierte und schwangere Frauen.
Aber seine Expertise geht über die Rechtstechnik hinaus. Das Arbeitsgericht hat seine Besonderheiten: Es besteht aus einem Berufsrichter, der von zwei Laienrichtern unterstützt wird (einer von Arbeitgeberseite, einer von Arbeitnehmerseite). Der erfahrene Anwalt weiß, wie er sich an diese Formation wendet, welche Argumente die Laienrichter überzeugen und wie er einen Fall präsentiert.
Schließlich ist im Arbeitsrecht mehr als anderswo Verhandlung oft dem Streit vorzuziehen. Sich vor Gericht von seinem Arbeitgeber zu trennen bedeutet auch, ein berufliches Netzwerk zu verlieren. Der erfahrene Anwalt weiß, wann und wie man eine einvernehmliche Trennung, einen Vergleich oder eine Outplacement-Vereinbarung aushandelt – oft vorteilhafter als ein langer und unsicherer Prozess.
Honorare von Arbeitsrechtsanwälten
Die Honorare hängen von der Art des Mandats ab.
Für eine punktuelle Rechtsberatung – Überprüfung eines Vertrags, Analyse einer Wettbewerbsklausel, Prüfung eines Kündigungsgrundes – rechnen Sie mit ein bis zwei Stunden Beratung zu 125-175 Euro pro Stunde.
Für die Verhandlung einer Trennung oder die Ausarbeitung eines Vergleichs planen Sie ein Budget von 1.000 bis 3.000 Euro je nach Komplexität der Verhandlungen.
Für ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht belaufen sich die Honorare in der Regel auf 2.500 bis 7.000 Euro für einen Fall mittlerer Komplexität (angefochtene Kündigung, Schadensersatzforderung). Fälle mit zahlreichen neu zu berechnenden Überstunden, nachzuweisenden Diskriminierungen oder zu dokumentierendem Mobbing können höhere Beträge erreichen.
Interessante Alternative: Die Rechtsschutzversicherung, oft in der Hausratversicherung enthalten, deckt manchmal Arbeitsstreitigkeiten ab. Prüfen Sie Ihre Verträge. Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern ebenfalls juristische Unterstützung, in der Regel kostenlos.
Die häufigsten Arbeitsstreitigkeiten
Die Kündigung ist der häufigste Streitfall. Seit der Reform von 2014 muss jede Kündigung auf Verlangen des Arbeitnehmers begründet werden. Wenn der Arbeitgeber nicht antwortet oder seine Begründung offensichtlich unvernünftig ist, droht ihm eine Entschädigung von bis zu 17 Wochenlöhnen.
Streitigkeiten über die Kündigungsfrist bleiben trotz der Harmonisierung des Arbeiter-/Angestelltenstatus häufig. Die Berechnung hängt von der Betriebszugehörigkeit ab, aber die Übergangsregeln schaffen noch Grauzonen für Verträge von vor 2014.
Mobbing am Arbeitsplatz unterliegt einem speziellen Verfahren mit Einschaltung des Präventionsberaters. Ein Arbeitgeber, der nicht angemessen reagiert, haftet. Der Schadensersatz kann erheblich sein.
Unbezahlte Überstunden, nicht gezahlte Provisionen, versprochene aber nie gewährte Vorteile führen ebenfalls zu Verfahren. Die Beweislast ist oft entscheidend: E-Mails, Dienstpläne und Zeugenaussagen aufzubewahren ist wesentlich.
Schließlich gibt es spezifische Streitigkeiten zum Schutz von Arbeitnehmern in der Probezeit, Betriebsratsmitgliedern, schwangeren Frauen oder solchen im Mutterschaftsurlaub, bei denen die gesetzlich vorgesehenen Pauschalentschädigungen erheblich sein können.
Questions fréquentes
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